Mehr Artenvielfalt durch ein Sandarium für Wildbienen
Nachhaltigkeit bedeutet für uns bei HAAF nicht nur Recycling und Ressourcenschonung. Mit unserem neuen Sandarium für Wildbienen schaffen wir aktiv einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Wildbienenarten und andere wichtige Insekten.
Viele Menschen denken bei Bienen zuerst an die Honigbiene. Tatsächlich leben jedoch zahlreiche heimische Wildbienen, die dringend auf geeignete Nistplätze angewiesen sind. Genau hier setzt ein Sandarium an.
Deshalb haben wir ein spezielles Sandbeet angelegt, das als natürlicher Nistplatz für Wildbienen dient und die Artenvielfalt fördert.
Laut NABU sind viele heimische Wildbienenarten auf offene Bodenflächen angewiesen und finden in unserer zunehmend versiegelten Landschaft immer seltener geeignete Nistplätze.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt weist darauf hin, dass zahlreiche Wildbienenarten auf spezielle Lebensräume angewiesen sind und viele Arten inzwischen gefährdet sind.
Was ist ein Sandarium?
Ein Sandarium ist eine speziell angelegte Fläche aus geeignetem Sand und Kies, in der bodennistende Wildbienen ihre Brutröhren anlegen können. Viele Wildbienenarten graben ihre Niströhren direkt in den Boden und benötigen dafür trockene, offene und möglichst unbewachsene Flächen.
Ein gut geplantes Sandarium für Wildbienen besteht idealerweise aus Sand mit unterschiedlicher Körnung, teilweise auch aus Sand und Lehm, damit die Tiere stabile Brutröhren und Niströhren anlegen können.
Anders als häufig angenommen ist gewöhnlicher Spielsand oft ungeeignet. Empfehlenswert sind ungewaschener Sand, grober Sand oder sogar Materialien aus einem Steinbruch, da diese unterschiedliche Korngrößen enthalten. Reiner, stark gewaschener Sand kann dagegen für manche Arten ungeeignet sein.
Sandarium anlegen – worauf kommt es an?
Wer ein Sandarium anlegen oder ein Sandarium bauen möchte, sollte einige wichtige Punkte beachten.
Die Fläche sollte möglichst sonnig liegen und leicht erhöht angelegt werden. Wichtig ist, dass Regenwasser gut ablaufen kann und das Sandarium schnell wieder abtrocknet. Idealerweise kann das Wasser leicht ablaufen und das Sandarium trocknet schnell wieder ab.
Für kleinere Projekte im Garten oder auf dem Balkon reicht bereits eine Fläche von etwa 40 x 40 Zentimetern. Für eine langfristige Entwicklung empfehlen Experten jedoch eine Tiefe von mindestens 40 bis mindestens 50 Zentimetern.
Oft wird eine leichte Mulde angelegt, die mit grobem Sand mit unterschiedlicher Körnung, grobem Kies und geeigneten Bodenmaterialien gefüllt wird. Die Fläche sollte nur spärlich bepflanzt sein, damit die Wildbienen ungehindert nisten können.
Bereits kleine Maßnahmen wie Sandarien oder heimische Blühpflanzen können einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Wildbienen leisten. Siehe Bund Naturschutz
Informationen zur Anlage eines Sandariums und zu geeigneten Materialien finden sich auch bei Wildbienen.info.
Welche Pflanzen passen rund ums Sandarium?
Rund ums Sandarium können passende Futterpflanzen gesetzt werden. Besonders geeignet sind viele mediterrane Kräuter, darunter:
- Rosmarin
- Oregano
- Salbei
- Lavendel
Ebenso beliebt sind heimische Blühpflanzen wie Pfingst- oder Kartäusernelken.
Die Bepflanzung sollte bewusst sparsam erfolgen, damit die offenen Sandflächen erhalten bleiben. Das Sandarium sollte daher nur spärlich bepflanzt werden.
Zusätzliche Strukturen für Wildbienen
Neben dem Sandbereich profitieren viele Arten von ergänzenden Strukturen.
Dazu gehören:
- Totholz
- größere Äste
- trockene Pflanzenstängel
- Brombeer-Ranken oder Rosenschnitt
- Steine und Kiesbereiche
Diese Elemente bieten weiteren Insekten und einzelnen Wildbienenarten zusätzliche Rückzugs- und Nistmöglichkeiten.
Laut NABU sind viele heimische Wildbienenarten auf offene Bodenflächen angewiesen und finden in unserer zunehmend versiegelten Landschaft immer seltener geeignete Nistplätze.
Sandarium nicht als Katzenklo nutzen lassen
Ein häufiges Problem vieler Sandariums ist die Nutzung durch Katzen. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass das Sandarium nicht als Katzenklo verwendet wird.
Hilfreich können lockere Abdeckungen aus Ästen oder Rosenschnitt sein. Sie halten Katzen fern, ohne die Wildbienen beim Nisten zu behindern.
Von der Idee zur Umsetzung bei HAAF
Das Projekt haben wir gemeinsam mit der Gemeinde Kürnach im März 2024 – noch pünktlich zum Beginn der Nistzeit – hinter dem Edeka in Kürnach realisiert. Es wurden Materialien wie große Muschekalk Bruchsteine, aus einem Bruch in Kirchheim, Grubensand aus unserem Schüttgutlager und Totholz verwendet.
Hier geht´s zum Bericht
Die Umgebung des Sandariums bietet reichlich Nahrung durch Wildkräuter, Sträucher und trockenes Holz, was es zu einem idealen Lebensraum für Wildbienen macht.
Die zwei bequemen Holzbänke laden jeden Spaziergänger zum Verweilen und Beobachten der Natur ein.
Kommen Sie doch mal vorbei und bewundern Sie in Kürnach das entstandene Sandarium im Naherholungsgebiet.
Den Aufbau unseres Sandariums zeigen wir Schritt für Schritt in einem YouTube-Video. Dort erhalten Sie spannende Einblicke in die Entstehung des Projekts und können verfolgen, wie aus einer einfachen Fläche ein neuer Lebensraum für Wildbienen entstanden ist.
Nachhaltigkeit bei HAAF
Das Sandarium ergänzt zahlreiche weitere Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte bei HAAF. Neben dem Recycling von Baustoffen engagieren wir uns aktiv für Umwelt- und Naturschutz auf unserem Firmengelände.
Dazu gehören unter anderem:
- Dach- und Freiflächenbegrünungen
- Baumpflanzaktionen
- Förderung regionaler Artenvielfalt
- Recycling mineralischer Baustoffe
- Ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft
Kleine Fläche – große Wirkung
Ein Sandarium für Wildbienen benötigt nur wenig Platz, bietet aber zahlreichen Insektenarten einen wertvollen Lebensraum. Ob im Garten, auf dem Firmengelände oder sogar auf dem Balkon – ein gut angelegtes Sandarium kann einen wichtigen Beitrag zum Schutz heimischer Wildbienen leisten.
Wir freuen uns, mit diesem Projekt einen weiteren Schritt für mehr Artenvielfalt und Nachhaltigkeit gegangen zu sein.
HAAF – Recyceln, damit Natur bleibt.

